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SPRACHE ALS BRÜCKE
Projekte im Rahmen der Koordinationsstelle für Migration

Seit Beginn des Jahres 2004 ist im Amt für Kinder- und Jugendbetreuung die „Koordinationsstelle für Migration“ eingerichtet. Ziel dieser Stelle ist es, effiziente Integrationsmaßnahmen für MigrantInnen zu setzen. Leitmotiv aller Maßnahmen und Innovationen ist dabei „Sprache als Brücke“.

INTERKULTURELLE NETZWERKE (seit 2004)
Seit der Gründung der Koordinationsstelle für Migration haben bereits eine Vielzahl von Vernetzungsgesprächen mit Institutionen und Vereinen stattgefunden. Ziel dieser Gespräche ist es, die Kräfte im Bereich der Migration zu bündeln, um so konkrete Maßnahmen rasch und effizient umsetzen zu können.

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT (seit 2004)
Im Rahmen einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit werden zum einen die Anliegen von MigrantInnen bzw. von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache thematisiert. Zum anderen dient die Öffentlichkeitsarbeit dazu, MigrantInnen die Erfordernisse des österreichischen Alltags aufzuzeigen.

MITARBEIT AM INTEGRATIONSLEITBILD DES LANDES  (Nov. 2004 bis Juli 2005)
Die Koordinationsstelle für Migration war Teil einer Arbeitsgruppe, die im Rahmen der Erstellung des Integrationsleitbildes des Landes eingerichtet wurde. Die Arbeitsgruppe beschäftigte sich intensiv mit dem Thema „Bildung“ und arbeitete notwendige Maßnahmen zu diesem Bereich aus.

PROJEKT SPRACHASSISTENTINNEN (2002/ 2004)
Die ambulante Assistenz war eine mobile Einrichtung, die Kinder mit nicht deutscher Muttersprache durch individuelle Förderprogramme in regelmäßigen Abständen unterstützt hat. Die Sprachassistentinnen (SPA) waren nicht gruppenverantwortlich, sondern arbeiteten vielmehr als zweisprachige Stützkraft. Ziel war, dass Kinder mit nicht -deutscher Muttersprache diese für sie neue Sprache besser lernen und ihre Ausdrucksmöglichkeiten festigen. Da die Zahl der Kinder nicht-deutscher Muttersprache tendenziell im Steigen ist, waren die Möglichkeiten der Sprachassistentinnen begrenzt. Das Projekt wird seit 2005 nicht mehr fortgesetzt.

PROJEKT „ARBEIT MIT KINDERN NICHT-DEUTSCHER MUTTERSPRACHE IN DEN STÄDTISCHEN KINDERGÄRTEN“ + FORTBILDUNGSLEHRGANG FÜR KINDERGARTENPÄDAGOGINNEN (2004/ 2005)
Um die KindergartenpädagogInnen der Stadt Innsbruck in ihrer Arbeit mit Kindern nicht-deutscher Muttersprache zu unterstützen, engagierte das Amt 2004/ 2005 Mag. Ute Weigl-Brabec. Ziel war, vorab folgende Fragen zu klären:

Geht es in der Arbeit mit Kindern nicht-deutscher Muttersprache vorrangig um ein positiv besetztes, respektvolles Miteinander im Kindergartenalltag?
Geht es um den Anspruch, eine sprachliche Entwicklung in der Zweitsprache Deutsch zu ermöglichen?
Im Rahmen des Projektes hatten die PädagogInnen die Möglichkeit, die Erfahrungen der vergangenen Jahre zu verarbeiten, untereinander auszutauschen und zu besprechen. Zudem lernten sie didaktisches Sprachmaterial für die Sprachförderung kennen. Wichtig war auch die Selbstreflexion: Der Umgang mit Kindern nicht-deutscher Muttersprache hat immer etwas mit der eigenen Person zu tun.

An dem Fortbildungslehrgang von Mag. Ute Weigl-Brabec nahmen rund 100 KindergartenpädagogInnen teil. Schwerpunkte des Lehrgangs waren u.a. „Spracherwerb“, „gezielte Sprachförderung“, „Interkulturelles Lernen“ und „Elternarbeit“. Parallel dazu wurde die interne Konzeptarbeit in den einzelnen Betrieben aufgenommen.

SPRACHKURSE FÜR MIGRANTINNEN UND IHRE KINDER (seit Februar 2005)
Seit Februar 2005 bietet das Amt für Kinder- und Jugendbetreuung Sprachkurse für MigrantInnen und ihre Kinder in städtischen Kindergärten an. Die Kurse werden von erfahrenen Deutschlehrerinnen geleitet und finden 2 x/ Woche statt. Eine Hälfte der Deutsch-Kurse wird ohne Kinder, die andere gemeinsam mit den Kindern abgehalten. Ein Vorteil des Projektes liegt u.a. darin, dass der Kindergarten für die Migrantinnen ein vertrauter Ort ist und zum anderen meist nah am Wohnort liegt.

Ziel des Projektes ist neben dem Spracherwerb auch die Vermittlung, dass gemeinsames Spielen und Lesen für die Entwicklung der Kinder enorm wichtig sind. Zudem kann das gemeinsame Lernen den Zugang zu der für sie fremden Sprache für die Kinder erleichtern.

IMPULSREFERAT „MIT ZWEI SPRACHEN GROß WERDEN“ (März 2006)
In Zusammenhang mit den Sprachkursen fand am 16. März 2006 ein Impulsreferat zum Thema „Mit zwei Sprachen groß werden“ statt. Als Referentin konnte die Sprachwissenschafterin Dr. Andra Ender gewonnen werden, die derzeit an der Uni Bern zum Thema „Mehrsprachigkeit“ lehrt und forscht. Zielgruppe für diese Veranstaltung waren sowohl PädagogInnen, als auch Eltern nicht-deutscher Muttersprache.

FRAUEN-GESUNDHEITSTAGE FÜR MIGRANTINNEN (seit 2005)
Um Migrantinnen den Zugang zur niederschwelligen Gesundheitsvorsorge zu erleichtern, organisiert das Amt für Kinder- und Jugendbetreuung einmal im Jahr einen Gesundheitstag für diese Zielgruppe. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Frauengesundheitsbüro des Landes veranstaltet. Die ersten beiden Veranstaltungen zogen jeweils mehr als 100 BesucherInnen an.

SYMPOSIUM „EIGENTLICH FREMD?“ FÜR 200 PÄDAGOGINNEN (April 2005)
In Zusammenarbeit mit dem Land Tirol veranstaltete die Stadt Innsbruck im April 2005 das Symposium „Eigentlich fremd?“ in der SoWi-Innsbruck. Die zweitägige Veranstaltung richtete sich an rund 200 Kindergarten- und HortpädagogInnen und wurde u. a. vom Religionspädagogischen Institut mitgetragen.

Schwerpunkte des Symposiums:
          Sprachentwicklung bei Kindern nicht-deutscher Muttersprache
          Kulturelle und religiöse Hintergründe
          Praktischer Umgang mit Kindern nicht-deutscher Muttersprache

LERNBETREUUNG FÜR KINDER NICHT-DEUTSCHER MUTTERSPRACHE (2005/ 2006
Im Rahmen eines Pilotprojektes stand den HortpädagogInnen im Schülerhort O-Dorf im Schuljahr 2005/ 2006 eine externe PädagogIn 2 x/ Woche (á 2 h) bei der Lernbetreuung für Kinder nicht-deutscher Muttersprache zur Seite. Ziel war, das Verständnis der deutschen Sprache der Kinder deutlich zu verbessern.

BILDUNGSBERATUNG  (sei Jänner 2006)
„Bildung ist Zukunft“ ist das Motto der Bildungsberatung für Eltern nicht-deutscher Muttersprache, deren Kinder einen Schülerhort der Stadt Innsbruck bzw. einen Sprachkurs im Rahmen des Sprachtickets besuchen. Diese Bildungsberatung wird in Kooperation mit dem Landesschulrat für Tirol veranstaltet. An den ersten drei Bildungsberatungen nahmen rund 80 Eltern teil.

SPRACHKURSE FÜR KINDER, DIE EINEN SPRACHSCHECK ERHALTEN HABEN (seit Februar 2006)
Von Februar bis Juni 2006 liefen neun Sprachkurse für insgesamt 125 Kinder, die einen Sprachscheck des Bundes erhalten haben. Sieben der Kurse fanden am Vormittag, zwei am Nachmittag statt. Als Abschluss dieser Sprachkurse fand eine „Sprachen-Olympiade“ statt.Die Sprachtiket-Aktion: 2007 startete im Jänner 2007 für ca. 150 Kinder.

ELTERNBILDUNG IM KG WALDERKAMMWEG (Start: Februar 2006)Im Sinne eines positiven Austausches zwischen (gebürtigen) österreichischen Eltern und Eltern nicht-deutscher Muttersprache wurden im KG Walderkammweg Elternnachmittage initiiert.Die insgesamt vier Nachmittage wurden bzw. werden zu folgenden Themen gestaltet:
    Spiele und Bücher
    Vortrag zum Thema „Geschwisterrivalität“
    Musikinstrumente
    „deutsch-türkisches Kasperletheater“
Der Erfolg dieser Elternachmittage war sehr groß: so nahmen pro Veranstaltung durchschnittlich rund 60 Eltern teil. Die Elternbildungsreihe wird 2007 am KG Walderkammweg sowie an anderen städtische Kindergärten fortgesetzt.

AUSBILDUNG VON „MULTIPLIKATORINNEN“ (seit März 2006)
Gerade im Bereich der Migration ist es wichtig, MultiplikatorInnen – auch in den eigenen Betrieben – zu haben. Insgesamt hatten 12 PädagogInnen von März bis Juni 2006 die Chance, an vier Nachmittagen eine Fortbildung in den Bereichen „Sprachentwicklung“ und „interkulturelle Bildung“ zu machen.
Die Schulung der MultiplikatorInnen ist Teil der Fortbildungsreihe des Amtes für Kinder- und Jugendbetreuung zum Thema Integration“, die mit dem Symposium „Eigentlich fremd?“ im April 2005 gestartet wurde.
Ab Oktober 2006 werden die MultiplikatorInnen gemeinsam mit ExpertInnen eine interne Fortbildungsreihe für die Kindergarten- und HortpädagogInnen der Stadt gestalten.

INTEGRATIONS-CD-ROM (2006)
2006 wurde im Auftrag von Land Tirol und Stadt Innsbruck ein „Best of“ aller Materialien erarbeitet, die es im Bereich des interkulturellen Lernens gibt. Diese CD-Rom wird eine wichtige Hilfestellung für alle PädagogInnen sein, die mit Kindern zwischen 3 und 6 Jahren, 6 bis 10 Jahren bzw. 10 und 14 Jahren arbeiten.

 

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